Wir Eltern wollen oft unsere Kinder führen. Montessori fand aber, dass wir stattdessen ihnen folgen sollen. Damit meinte sie, dass wir ihren Interessen, Bedürfnissen und Ideen folgen. Sie fand, dass Erzieher sich ein Beispiel am Kellner im exklusiven Restaurant nehmen sollen: Er wartet diskret im Hintergrund, ist ein ausgezeichneter Beobachter und springt genau dann ein, wenn er wirklich gebraucht wird. Um sich dann genauso unbemerkt wieder zurückzuziehen und wieder zu beobachten. Am Anfang wusste ich gar nicht, worauf ich beim Beobachten achten soll. Mittlerweile ist es richtig schön, meine Kinder zu beobachten; ich mache es mir bequem und sehe ihnen leise zu, ohne sie zu unterbrechen.
<<Folge dem Kind, es wird dir seinen Weg zeigen.>>
Maria Montessori
♦ Was sagen sie?
♦ Was machen sie am häufigsten?
♦ Welche Bewegungen faszinieren sie gerade?
♦ Was fängt ihr Interesse am meisten ein?
Als meine Tochter ständig die Milch ausgeschüttet hat, bot ich ihr zwei kleine Gläser mit Wasser auf einem Tablett an und zeigte vor, wie sie das Wasser hin und her schütten kann. Und erklärte ihr, dass wir die Milch trinken.
Ellen Girod hat Religion, Wirtschaft und Politik studiert und arbeitet als freiberufliche Journalistin. Seit sie Mutter ist, schreibt sie am liebsten über ein Familienleben mit Kindern auf Augenhöhe, auch auf ihrem Blog chezmamapoule.com.