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Vom Stillen bis zum Mitessen am Tisch
Ernährungsplan fürs erste Jahr
Von Marianne Botta Diener
Zuerst Muttermilch, dann eine Breimahlzeit, später nur noch Brei und Schoppen. Wie es mit der Umstellung klappt.










- Beginnen Sie langsam mit der Beifütterung.
- Verschieben Sie die ersten Versuche, wenn Sie gerade in den Urlaub fahren oder Ihr Baby krank ist.
- Wenn das Baby streikt, nehmen Sie es gelassen und versuchen es in ein paar Tagen wieder.
- Überlassen Sie das Übungsfeld dem Papa, denn häufig klappt der Übergang von der Brust zum Löffel besser, wenn er die erste Mahlzeit füttert.
- Ein schmaler, weicher Plastiklöffel eignet sich am besten.
- Wenn der erste Löffel etwas Muttermilch oder die gewohnte Säuglingsmilch enthält, fällt das Kennenlernen des fremden Plastikdings leichter.
Bis 6 Monate
Stillen oder Schoppen (Säuglingsanfangsmilch) nach Bedarf des Säuglings.
Ab 6 Monate
1. Breimahlzeit: Die Still-/Schoppenmahlzeit langsam ersetzen. Ab jetzt kann hungrigen Säuglingen Folgemilch gegeben werden.
Mittags: 1 kleines Rüebli, in wenig Wasser kochen und pürieren einige Tropfen warm gepresstes Öl (z.B. Rapsöl, Maiskeimöl) beifügen.
Anschliessend Stillen oder Schoppen.
Nach 2 bis 3 Tagen eine kleine Kartoffel dazugeben. Menge des Gemüsebreis langsam steigern, bis der Brei eine Trinkmahlzeit ersetzt (150 bis 300 g). Solange erhält das Baby wie gewohnt die Brust oder Flasche, bis es satt ist.
Es empfiehlt sich, dem Kind zusätzliche Flüssigkeit wie Leitungswasser oder ungesüssten Tee anzubieten, sobald der Brei eine ganze Still- oder Schoppenmahlzeit ersetzt.
Wenn sich Ihr Kind an die Rüebli-/Kartoffelmahlzeit gewöhnt hat, können Sie schrittweise weitere Gemüsesorten einführen (nach Möglichkeit Saisongemüse verwenden). Nur eine neue Gemüsesorte aufs Mal – damit Unverträglichkeiten sofort erkannt werden – und pro Mahlzeit nicht mehr als 3 Gemüsesorten verwenden. Rüebli und Kartoffeln bleiben als Basisgemüse dabei.
Ab 7 Monaten
2. Breimahlzeit: Der Gemüsebrei am Mittag wird weitergeführt und ergänzt, zusätzlich eine zweite Still-/Schoppenmahlzeit langsam durch einen Früchtebrei ersetzt.
Für den Gemüsebrei kann man nun statt Kartoffeln auch Säuglings-Getreidebrei (Hirse- oder Reisflocken, Fertigprodukt) verwenden.
2 x pro Woche die Gemüsemahlzeit mit 1 Portion Fleisch (30 g = 1 gehäufter Esslöffel) ergänzen: Kalb-, Rind-, Poulet- oder Truthahnfleisch in wenig Wasser und Öl bei niedriger Temperatur in einer Pfanne weiss dämpfen oder zusammen mit dem Gemüse kochen. Anschliessend pürieren.
Zvieri: Beginn mit gekochtem, püriertem Apfel oder zerdrückter Banane. Nach einigen Tagen dürfen beide Früchte gemischt werden. Anschliessend Stillen oder Schoppen. Menge des Früchtebreis langsam steigern, bis er eine Trinkmahlzeit ersetzt (150 bis 300 g). Andere mögliche Früchte, je nach Saison: Birne, Melone, Beeren, Aprikosen, Pfirsiche (Steinobst sollte gekocht und püriert werden).
Ab 8 bis 9 Monaten
3. Breimahlzeit: Gemüse- und Früchtebrei weiterführen, dazu kommt abends ein Getreidebrei: Reis, Hirse, Haferflocken oder feines Maisgriess in (Milch-) Wasser aufkochen. Keine Vollmilch, sondern das gewohnte Milchpräparat verwenden; falls das Kind noch gestillt wird, ist keine Milchzugabe notwendig. Der Brei kann geschmacklich angereichert werden, z.B. mit geriebenem Apfel oder Kompott.
Variante: Säuglings-Getreidebrei (Fertigprodukt), z.B. Griess-, Hirse-, Dinkel-, Hafer- oder 3-Korn-Brei. Diese Fertigprodukte werden in der Regel nur mit Wasser zubereitet (siehe Infos auf der Verpackung). Anschliessend (vor dem Zubettgehen) Stillen oder Schoppen.
Ab 10 Monaten
Ei und Vollmilch: Es darf 1x pro Woche ein gekochtes (8 Minuten) Eigelb zum mittäglichen Gemüsebrei gemischt werden. Beachten: nur das Eigelb, kein Eiweiss. Bei einigen Kindern kann jedoch Eigelb Reaktionen (Erbrechen/Ausschlag) auslösen, deshalb mit nur einem Löffel beginnen und, wenn alles in Ordnung ist, die Menge langsam steigern.
Säuglingsmilch kann von jetzt an im Getreidebrei durch Vollmilch («Past») ersetzt werden.
ESSEN VOM FAMILIENTISCH: Ab 10 bis 12 Monaten möchten viele Kinder bereits am Familientisch mitessen. Ein langsamer Übergang auf ausgewählte, wenig gesalzene, gewürzte oder gesüsste Erwachsenenkost ist jetzt möglich.
Ab 12 Monaten kann man den Speisezettel laufend erweitern: Fisch, Käse, Jogurt etc. dürfen langsam eingeführt werden.
Spezialfall allergiegefährdete Kinder?
Der aufgeführte Ernährungsplan gilt für Kinder, die kein spezielles Allergierisiko haben.
Falls Ihr Kind allergiegefährdet ist, sollten Sie sich vor der Umstellung auf Breimahlzeiten unbedingt von einer Fachperson (Mütterberaterin, Kinderarzt) beraten lassen.
Traditionell wird für allergiegefährdete Kinder im ersten Lebensjahr empfohlen, folgende Lebensmittel zu meiden:
- Kuhmilch und Kuhmilchprodukte
- Soja und Sojaprodukte
- Zitrusfrüchte
- Tomaten
- Eier
- Nüsse
- Fisch
- Schweinefleisch
- Schokolade und Kakao
- Vanillezucker
- Bohnen
- Erbsen
- Kefen
- Lauch
- Sellerie
- Linsen
- Spargeln
- Radieschen
Neuere Studienergebnisse zeigen allerdings, dass es möglicherweise kontraproduktiv ist, Lebensmittel zu meiden.
Gemüse-Kartoffeln-Fleisch
30 g Kalbfleisch in kleine Würfelchen schneiden und in wenig Wasser weich kochen.
100 g Gemüse (Karotten usw.) schälen, waschen, klein schneiden.
50 g Kartoffeln schälen, abspülen, klein schneiden, zusammen mit dem Gemüse in wenig Wasser weich dünsten.
Zum Fleisch geben, das Ganze pürieren und mit einem Teelöffel Rapsöl mischen.
Tipp: Am Effizientesten ist, eine grössere Menge auf einmal zuzubereiten und portionenweise tiefzukühlen.
Tiefgefrorener Brei ist rund 2 Monate haltbar. Er sollte erst knapp vor dem Gebrauch aufgetaut werden, z.B. im Wasserbad. Im Kühlschrank ist vorgekochter Brei nur 1 Tag haltbar.
Wärmen Sie bereits aufgewärmten Brei kein zweites Mal mehr auf.
Für Karottenbrei oder Karotten-Kartoffel-Brei Fleisch weglassen. Mischen mit Rapsöl nicht vergessen!
Bananenbrei
Banane zerdrücken und mit einer Gabel schaumig schlagen, nicht auf Vorrat zubereiten! Bananen-Apfel-Brei Zerdrückte Banane mit einem gerüsteten, geschälten, weich gedünsteten, pürierten Apfel mischen.
Früchte-Getreidebrei
Unter den Früchtebrei können die im Handel erhältlichen Getreidebreiprodukte (z.B. Reisflocken) – aber kein Schoppenmilpulver – gemischt werden, evtl. mit etwas abgekochtem Wasser verdünnen. Sie können auch in Wasser gekochten Reis (püriert), Mais oder Griess untermischen.
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