Alles über Brei
Ran an den Brei!

Hauptsache es schmeckt: Kinder mögen meist beides, Selbstgekochtes und Gläschenbrei.
Ist eine Mutter eine bessere Mutter, wenn sie den Brei für ihr Kind selber kocht? Oder anders gefragt: Sind Fertiggläschen wirklich so schlecht wie manche Eltern vermuten, voll von E-Nummern und arm an Nährstoffen?
Heute findet man von jeder Babygläschenmarke gut zusammengesetzte Breie. Haltbar gemacht werden sie nur durch Erhitzen, Konservierungsmittel sind keine und andere E-Nummern nur sehr beschränkt vorhanden, etwa Ascorbinsäure, was nichts anderes ist als Vitamin C. Die Rohstoffe sind streng kontrolliert und stammen meistens aus biologischem Anbau. Fertigbreie sind also besser als ihr Ruf – und niemand braucht beim Kauf ein schlechtes Gewissen haben. Denn eines muss man ihnen lassen, sie sind unglaublich praktisch. Schliesslich: Beide Varianten, selbstgekochte Breie wie auch die gekauften, haben Vor- und Nachteile. Folgende Fragen können helfen, für sich die richtige Entscheidung zu treffen:
Wie viel Zeit habe ich als Mutter/Vater?
Während ein Fertigbrei lediglich geöffnet und je nach Sorte erwärmt werden muss, steht man fürs Kochen eines Breis etwa 15–30 Minuten in der Küche. Man benötigt entsprechendes Kochzubehör wie einen guten Stabmixer, der wieder abgewaschen werden muss. Andererseits sind fast alle selbst gekochten Breie gut tiefkühlbar und können deshalb für den Vorrat problemlos in einer grösseren Menge zubereitet werden. Wer keinen Gefrierschrank besitzt, muss allerdings alle 2 Tage frisch kochen, länger sollten hausgemachte Breie im Kühlschrank nicht aufbewahrt werden.
Wie viel Geld will ich ausgeben?
Fertige Breie sind rund 2 bis 3-mal so teuer wie selbst gekochte. Andererseits sind auch Biozutaten für den selbst gemachten Brei nicht eben billig, konventionell angebauten jedoch vorzuziehen. Ökologischer ist selber Kochen allemal, dabei entstehen weit weniger Abfälle, man kann regional und saisonal einkaufen und verhindert lange Transportwege. Viele Gläschenbreie werden im benachbarten Ausland und nicht in der Schweiz hergestellt.
Wie gut isst mein Baby?
Breie selber kochen lohnt sich dann, wenn ein Baby bereits gut und viel isst. Für die ersten Versuche lohnt es sich nicht, lange in der Küche zu stehen, um dann die Übung nach einem halben Löffelchen schon wieder abbrechen zu müssen.
Wenn das Baby den gekauften Brei lieber mag und den selbst gemachten ausspuckt?
Dann sollte letzterer beim nächsten Versuch viel länger püriert werden. Eltern pürieren oft nur so lange, bis keine grossen Stücke mehr sichtbar sind. Um einen so feinen Brei zu erhalten wie den aus dem Gläschen, muss aber deutlich länger püriert werden, teilweise sogar 10 Minuten lang!
Wer füttert das Baby – und wo?
Gläschen können, hygienisch einwandfrei bleibend, auch an heissen Tagen überall hingenommen werden. Sie sind ruckzuck zur Hand und besonders auf Reisen, oder wenn jemand anderes hütet, weit praktischer als selbst gemachte Breie.
So geht's mit Gläschenbrei
- Fertigbreie enthalten häufig zu viele Zutaten, mehr als fünf sollten es nicht sein. Abwechslung ist im ersten Lebensjahr nicht nötig.
- In manchen Breien ist der Eiweissanteil zu niedrig. Sinnvoll sind deshalb reine Fleisch- oder Fischgläschen, welche mit andern Fertigbreien kombiniert werden können.
- Gemüse- oder Gemüse-Fleischgläschen sollten mit einem Teelöffel warm gepresstem Pflanzenöl (z.B. Oliven- oder Rapsöl) angereichert werden.
- Der Brei muss dem Kind, nicht seinen Eltern schmecken. Ein Baby hat viel mehr Geschmacksknospen auf der Zunge, es mag den für Erwachsene faden Eigengeschmack der Lebensmittel und benötigt deshalb weder Salz noch Zucker.
- Korrigieren Sie die Altersangabe auf den Gläschen etwa 2 Monate nach oben. Vor dem 7. Monat brauchen Kinder sowieso nichts anderes als Milch.