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Kinderzahnbürsten
Zähneputzen bei Baby und Kind
Worauf es bei der Kinderzahnbürste ankommt und was Eltern in der täglichen Routine beachten sollten.
Sobald beim Baby das erste Zähnchen sichtbar ist, gehört Zähneputzen morgens und abends dazu. Nicht alle Kinder mögen es, Zähne zu putzen, doch Zahnhygiene ist auch bei Milchzähnen sehr wichtig: Denn Kinder mit einem kariösen Milchzahngebiss werden mit höherer Wahrscheinlichkeit bei den bleibenden Zähnen ebenfalls Karies haben, als Kinder mit einwandfreien Milchzähnen.
Dieser Text beantwortet folgende Fragen:
- Bis zu welchem Altern sollen Eltern dem Kind die Zähne putzen?
- Warum Spielzahnbürste und Elternzahnbürste?
- Wann muss man die Zahnbürste austauschen?
- Wie erkennt man eine gute Zahnbürste für Kinder?
- Was sollte man beim Zähneputzen beachten?
- Welche Kinderzahnbürsten sind empfehlenswert?

Zahnärztin Andrea Westermann von der Praxis Denticus in Wetzikon (ZH) erklärt, dass Kinder erst mit etwa acht bis zehn Jahren fähig sind, die Zähne gründlich selbst zu putzen. Eltern sollten deshalb ab dem ersten Zahn bis zu diesem Alter einmal täglich vernünftig nachputzen.

Kindern kann man eine eigene Zahnbürste geben, mit der sie vor dem Spiegel üben dürfen. Achtung: Es ist gefährlich, wenn Kleinkinder mit der Zahnbürste im Mund herumlaufen.
Da Kinder auf der Bürste herumkauen, sollten Eltern konsequent eine andere, einwandfreie Zahnbürste zum Putzen verwenden. Die beiden Bürsten, die Eltern und Kind fürs Zähneputzen des Kindes verwenden, sollten farblich abgegrenzt sein.

Wenn die Borsten anfangen, sich umzubiegen, sollte man sie austauschen. Höchstens aber sollte man eine Zahnbürste während drei Monaten benutzen. Spielzahnbürsten, die das Kind zum Üben verwendet, kann man länger im Einsatz haben.
Die Zahnbürsten kann man zwischendurch gelegentlich auskochen oder sterilisieren, um angesammelte Bakterien zu vernichten. Dies ist insbesondere ratsam bei Zahnbürsten aus Naturmaterialien, etwa aus Bambus mit Rizinusölborsten: Denn Naturmaterialien neigen dazu, rascher Keime anzusammeln. Wer nicht auskochen mag, sollte die Naturzahnbürsten häufiger austauschen.
Das Angebot an Kinderzahnbürsten ist unüberschaubar. Folgende Hinweise von Zahnärztin Andrea Westermann helfen beim Kaufentscheid:
- Der Bürstenkopf sollte klein sein: Der Baby- und Kindermund ist schliesslich auch klein. Ist er zusätzlich gummiert, ist dies für das empfindliche Babyzahnfleisch besonders angenehm.
- Die Borsten sollten kurz und ganz weich sein. Ultraweiche Borsten sind insbesondere für zahnende Kleinkinder sehr angenehm.
- Die Borsten sollten plan, also gerade abgeschnitten sein.
- Die einzelnen Büschelkomplexe sollten viele Borsten haben und eng stehen; man sollte von der Seite nicht durchblicken können.
- Die Beweglichkeit des Griffs ist nicht entscheidend. Zwar minimiert dies den Druck, aber bei richtigem Putzen mit einer weichen Bürste ist es unnötig.
Eltern sollten sehen können, was sie putzen. Diese Abfolge ist empfohlen: Kauflächen – Aussenflächen – Innenflächen.
Bis zum Alter von acht bis zehn Jahren sollten die Eltern beim Kind einmal täglich gründlich nachputzen.
Welche Zahnbürste soll man fürs Kind kaufen? Der Markt ist riesig: Beim Grossverteiler, in der Drogerie, in der Apotheke, beim Onlinehändler und selbst im Möbelgeschäft gibt es Zahnbürsten zu kaufen. Hier stellen wir Produkte vor, die wir gemeinsam mit Zahnärztin Andrea Westermann von der Praxis Denticus in Wetzikon ZH unter die Lupe genommen haben.
Dank schmalem, kurzem, gummiertem Kopf und kurzen Borsten kommen Eltern mit der Zahnbürste bestens in den Babymund hinein. Die einzelnen Büschel haben sehr viele und ultraweiche Borsten, was für zahnende Kleinkinder sehr angenehm ist. Die Verarbeitung dieses Schweizer Produkts ist hochwertig. 0–4 Jahre, Fr. 10.50 (Doppelpack), in Apotheken und Drogerien oder zum Beispiel über Galaxus.ch
Preis/Leistung: ● ● ● ●
Kopf: ● ● ● ●
Griffigkeit: ● ● ● ●
Diese Zahnbürste bekommt man im Dreierpack und eignet sich gut als Spielzahnbürste fürs Kind. Die Sensident-Bürste lässt sich gut halten.
Die Borsten sind plan und relativ kurz, aber im Vergleich härter und weniger zahlreich. Für ganz Kleine ist das Bürstenfeld zu gross und breit. 1–6 Jahre, Fr. 1.95 (3 Stück), bei Müller.
Preis/Leistung: ● ● ● ● Kopf: ● ● Griffigkeit: ● ● ●
Die nachhaltige Bambuszahnbürste ist nichts für ganz kleine Kinder: Sie hat lange Borsten und einen dicken, langen Holzkopf. Die Borsten aus erdölfreiem Rizinusöl sind weich, aber nur in mittlerer Menge vorhanden. Naturmaterialien neigen dazu, mehr Keime anzusammeln: Bürste auskochen oder häufiger austauschen. Ohne Altersangabe, Fr. 4.95, u.a. bei Pfister oder über ecco-verde.ch oder rrrevolve.ch
Preis/Leistung: ● ● ● Kopf: ● ● Griffigkeit: ● ● ●
Der Bürstenkopf ist kurz, aber etwas breiter, die Borsten sind zwar nicht ganz plan, dafür dicht und sehr weich: perfekt für empfindliches Babyzahnfleisch.
Gute Griffigkeit dank Antirutscheffekt. Geeignet für Eltern und Kind. 0–3 Jahre, Fr. 1.30.–, bei Migros.
Preis/Leistung: ● ● ● ● Kopf: ● ● ● Griffigkeit: ● ● ● ●
Zwei Minuten blinkt die Mimo Milchzahnmonster LED-Zahnbürste. Das soll Kinder zum gründlichen Putzen animieren, lenkt sie aber möglicherweise eher ab. Nach 250 Anwendungen zeigt das Licht an, dass die Zahnbürste ersetzt werden soll. Die Batterie gehört separat entsorgt; das Entnehmen ist ein Kraftakt. Die Borsten sind dicht und plan, aber eher lang und härter als die anderer Produkte. Ab 3 Jahren, ab Fr. 6.50, in Apotheken und Drogerien.
Preis/Leistung: ● ● Kopf: ● ● ● Griffigkeit: ● ● ●
Was unser Punktesystem bedeutet:
sehr gut: ● ● ● ●
gut: ● ● ●
befriedigend: ● ●
unbefriedigend: ●