Miriam Hurni, Pflegefachfrau in der Klinik Hirslanden, Zürich, beantwortet Fragen von Leserinnen.
Überall wird Rückbildungsgymnastik empfohlen. Jedoch frühestens sechs Wochen nach der Geburt. Kann man auch schon direkt nach der Entbindung etwas tun? V.F.
Miriam Hurni: Es ist korrekt, dass man mit der Rückbildungsgymnastik, bei der alle drei Schichten der Beckenbodenmuskulatur und der gesamten Bauchmuskulatur beansprucht werden, erst sechs Wochen nach der Geburt beginnen sollte. Ansonsten könnte es zu einer weiteren Überdehnung der Muskeln führen, was kontraproduktiv wäre. Die von der Geburt überdehnte Bauch- und Beckenbodenmuskulatur kann jedoch schon im Frühwochenbett anhand von Atemtechniken und schonenden Übungen unterstützt werden. Rückbildungsturnen: Ab wann tuts gut? Die Physiotherapeuten und -therapeutinnen des Spitals haben sicherlich Tipps und Übungen parat. Diese können von Übungen der Körperhaltung, über die Art schonend aus dem Bett zu steigen, bis hin zu leichtem Anspannen der Scheiden- und Harnröhrenmuskeln gehen. Im Fokus steht in den ersten Tagen die schonende Aktivierung von Körper und Kreislauf, um den Wochenfluss anzuregen und Thrombosen vorzubeugen. Auch soll falschen Bewegungsmustern, welche die Muskulatur eher strapazieren, vorgebeugt werden. Die eigentliche Rückbildungsgymnastik beginnt dann nach sechs Wochen.