
Eure Meinung
«Lenny darf sich bei Süssem frei bedienen»
Wir wollten von euch wissen: Welche Rolle spielt Süsses in eurem Familienalltag? Stimmen aus der «wir-eltern»-Community.
Doughnuts und Cherrytomaten
«Dank meiner Grossmutter und meiner Mutter bin ich mit Vollwerternährung aufgewachsen, mir ist es deshalb wichtig, dass meine Kinder ausgewogen essen. Bei uns gibt es zwar täglich etwas Süsses, im Sommer etwa selbst gemachte Glace und ansonsten schwarze Schoggi oder Energy-Balls, aber ich süsse vor allem mit Bananen, Datteln oder etwas Ahornsirup. Wir sind nicht komplett zuckerfrei und wollen den Kindern nicht alles verbieten, aber man kann sich an weniger süss gewöhnen. Kürzlich auf der Heimreise von Italien hat der Kleinere beim Frühstücksbuffet als Erstes ein Mini-Doughnut gegessen – und danach ganz viele Cherrytomaten. Hat also ganz von selbst für eine ausgewogene Ernährung gesorgt.»
Moana Werschler aka Miss Broccoli lebt mit ihrem Partner und den beiden Söhnen (5 und 8) in der Nähe von Aarau. Sie bloggt auf missbroccoli.com und hat kürzlich das Ratgeber-Kochbuch «Mama, ich will Brokkoli!» veröffentlicht.
Schmutz auf den Zähnen
«Ich mag Schoko Bons, Toffifee, saure Würmer und zum Zmorge Nutella. Ich mag auch Bananen, Birnen und Erdbeeren. Ich weiss, Früchte sind besser, weil sie Fruchtzucker haben. Das hat mir meine Mutter gesagt. Wenn man zu viel Süssigkeiten isst, hat man einen Zuckerschock. Dann wird man ganz aufgeregt und verliert Energie und ist nachher müde. Für die Zähne ist der Zucker auch ungesund. Man hat danach Schmutz auf den Zähnen und das gibt Karies.
Früher habe ich immer Capri Sun aus dem Beutel getrunken, jeden Tag. Dann habe ich in der Projekt-Woche in der Schule gelernt, dass Capri Sun auf der Verpackung gesund aussieht, aber darin ganz viel Zucker ist. Davon stirbt man nicht, aber es geht einem nicht so gut und man kriegt schlechte Zähne.»
Nikola (7) aus Zürich geht in die 2. Klasse und springt gerne auf dem Mini-Trampolin oder in der Badi vom 3-Meter-Brett.
Die süsse Schublade
«Seit Lenny vier ist, haben wir in der Küche nicht nur eine Schale mit Äpfeln, Beeren und Darvida, sondern auch eine Schublade mit Schoggistängeli, Smarties und Gummibärli. Lenny darf sich frei bedienen, denn wir möchten, dass er ein Gefühl dafür entwickelt, wie viel Süsses ihm guttut. In der ersten Zeit hat er manchmal so viel geschleckt, dass ihm schlecht wurde. Mittlerweile legt er hin und wieder selber einen süssigkeitenfreien Tag ein. Es kommt auch vor, dass wir die Schublade abschliessen – etwa wenn wir hören, dass sie vier, fünf Mal an einem Nachmittag geöffnet wird. Lenny wird dann kurz wütend, aber akzeptiert es. Ich bin froh über unsere Lösung, Lenny macht es gut!»
Damaris Huser (37) und ihr Mann Lars (38) leben in der Ostschweiz und versuchen Lenny (7) bedürfnisorientiert zu erziehen.
Ade, Schoggi!
«Im ersten Jahr haben wir Liam ziemlich konsequent nichts Süsses gegeben, für mich war das recht wichtig. Sogar sein Geburtstagskuchen war mit Bananen gesüsst. Mittlerweile sind wir entspannter. Wenn wir Erwachsenen zum Dessert oder zum Zvieri Schoggi oder Kekse essen, bekommt Liam auch etwas. Ist es genug, darf er noch ein letztes Stück, danach versorgen wir die Schokolade im Schrank und sagen ‹Ade, Schoggi!› Meistens akzeptiert er es und winkt, wie er es auch macht, wenn der Staubsauger versorgt wird oder das Grosi geht. Natürlich kommt es vor, dass er noch mehr will und etwas quengelt. Wir bleiben aber konsequent, und die grosse Krise blieb mit diesem Vorgehen bis jetzt zum Glück aus.»
Simon Reusser (33) und seine Frau Julia (30) leben mit Liam (21 Monate) bei Thun.