Unser Sohn ist vier Jahre alt. Seit drei Monaten hat er eine extreme Mädchenphase.
Am Anfang haben wir das nicht so ernst genommen und gedacht, dass das vorbei geht. Aber es wird immer stärker. Er kleidet sich am liebsten mit Röckchen, möchte diese auch draussen zum Spielen anziehen. Er findet die Farbe Rosa und alles was glitzert absolut toll und er macht auch so Äusserungen wie: «Ich wäre gerne ein Mädchen». Beim Duschen schiebt er seinen Penis nach innen und sagt, er sähe jetzt auch aus wie ein Mädchen. Fasnacht ist er natürlich als Prinzessin gegangen und hat gestrahlt wie ein Maikäfer. Ansonsten spielt er aber auch mit Autos, er mag Gesellschaftsspiele und Lego Duplo. Ist dieses mädchenhafte Verhalten besorgniserregend? Sollen wir es unterstützen oder dagegen wirken? T.S.
Ihr Knabe ist in der Phase der Rollenspiele. Er übernimmt Initiative und hat ein grosses Vorstellungsvermögen. Das imaginäre Spielen ist wichtig. Aus seiner Sicht ist er das, was er sich zu sein vorstellt. Dies kann alles Mögliche sein. Die einen sind Spiderman, die anderen Prinzessin. Jemand anderes sein zu wollen gehört dazu. Lassen Sie Kindern beim Verkleiden kommentarlos die Wahl. Verkehrte Welt zu spielen ist lustig. Mädchen wählen dabei auch Knabenkleider und wünschen sich ein Schnäbeli. Meist verliert sich dies bei der Einschulung. Da wird Leistung- sund Sozialkompetenz wichtig. Es ist jedoch auch möglich, dass ihr Sohn sich wirklich eher als Mädchen fühlt und dies später auch so leben möchte. Das wird sich in der weiteren Entwicklung zeigen. Sollte es damit zu irgendwelchen Problemen kommen, holen Sie sich am besten beim Kinderarzt Hilfe. Betroffene Erwachsene erzählen, dass sie sehr früh gespürt haben, im vom Geschlecht her falschen Körper geboren worden zu sein.