Gesundheit
Warzen beschwören?

Bei Warzen helfen Lösungen zum Bepinseln.
Fast jeder Mensch hat im Laufe seines Lebens einmal Warzen. Das ist an sich nicht schlimm, aber bisweilen störend und für manche Menschen sogar ein bisschen eklig. Dennoch: «Viele Menschen wissen gar nicht, dass Warzenviren sehr ansteckend sind», sagt Thomas Steffen, Leiter des Kinder- und Jugendgesundheitsdienstes Basel. Die Viren, so der Präventivmediziner, werden beim direkten Körperkontakt wie beim Spielen oder Händeschütteln übertragen. Die Ansteckung erfolgt aber auch indirekt über nackte Haut, via Fussböden oder Handtücher, beispielsweise im Schwimmbad oder in der Turnhalle.
Daher ist der Sommer, wenn vor allem Kinder sich oft barfuss und wenig bekleidet an solchen Orten aufhalten, Hochsaison für Warzen. Kinder werden jedoch auch besonders häufig von Warzen heimgesucht, weil ihr Immunsystem noch anfälliger ist. Darum sind Kinder mit Neurodermitis oder mit einer Immunschwäche besonders empfänglich für Warzen.
Tipps
In der Regel verschwinden Warzen spontan. Dies kann jedoch ebenfalls Monate oder sogar Jahre dauern. Wer von schmerzhaften Dornwarzen geplagt ist oder sich vor Warzen ekelt, hat mehrere Möglichkeiten, um vorzeitig Abhilfe zu schaffen.
- Warzen nicht unnötig berühren.
- Bei Warzen an den Füssen Socken regelmässig wechseln.
- Im öffentlichen Schwimmbad Badeschuhe tragen.
- Handtücher häufig wechseln.
- Keine Badetücher und Kosmetika von anderen Personen benutzen.
- Trockene Haut intensiv pflegen, um die Widerstandskraft gegenüber Viren zu stärken.
- Bei Kindern hilft manchmal Suggestion. Dies aktiviert den Placebo-Effekt, die Warze verschwindet «auf Geheiss».
- Häufig wirksam: Abschälen (z.B. mit Salicylsäure). Erhältlich sind vor allem Pflaster oder Lösungen zum Bepinseln. Angewendet werden zudem ätzende Substanzen (z. B. Trichloracetyl-Säure).
- Aus der Pflanzenheilkunde: Teebaumöl zum Bepinseln der Warze.
- Aus der Homöopathie: Thuja oder individuelles Konstitutionsmittel.
- Das chirurgische Entfernen von Warzen (z. B. Vereisen, CO2-Laser, Abbrennen) ist möglich, aber häufig gar nicht nötig. Achtung: Nie eigenhändig an der Warze herumschnipseln.
Von den über 100 bekannten Unterarten der Papillomaviren sind bei Kindern folgende besonders verbreitet:
Gewöhnliche Warzen
haben eine buckelige, glatte und später harte Oberfläche und können unterschiedlich gross sein. Sie treten vor allem auf Händen, Fingern und am Nagelbett auf.
Dornwarzen
finden sich vor allem an den Fusssohlen, wo sie in die Hornschicht hinein wachsen. Dies kann einen Druck erzeugen, der beim Gehen sehr schmerzhaft sein kann.
Dellwarzen (Mollusken)
sind stecknadelkopf- bis erbsengrosse Buckel mit glatter, häufig glänzender Oberfläche und einer Vertiefung in der Mitte (Delle). Sie können am ganzen Körper auftreten. Da sie durch andere Viren verursacht werden, gelten sie eigentlich nicht als Warzen.
Juvenile Warzen
kommen bei Jugendlichen vor. Sie zeigen sich als flache, hautfarbene oder leicht rötliche Knötchen und treten vor allem im Gesicht auf.
Feigwarzen im Genital- und Analbereich
betreffen in der Regel Jugendliche und Erwachsene, da sie vor allem durch Geschlechtsverkehr übertragen werden. Im Gegensatz zu den anderen gängigen Papillomaviren sind diese Unterarten gesundheitlich nicht unbedenklich, denn sie gelten als mögliche Auslöser für Gebärmutterhalskrebs. Da die Viren leicht übertragbar sind und via kleinste Risse in die Haut gelangen, können sich Warzen auf der betreffenden Körperregion leicht ausbreiten und treten nicht selten in Gruppen auf. Von der Ansteckung bis zur sichtbaren Warze vergehen bis zu zwei Jahre. Thomas Steffen: «Es ist deshalb schwer zu sagen, wann man angesteckt wurde.»