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Kinderwanderschuhe
So erkennen Sie gute Wanderschuhe für Kinder
Für Bergtouren, Wanderungen und Waldtage brauchen Kinder gute Schuhe: Die wichtigsten Kriterien, auf die Eltern beim Kauf von Kinderwanderschuhen achten sollten.
Was macht einen guten Wanderschuh für Kinder aus? In diesem Artikel finden Sie Antworten auf folgende Fragen:
- Worauf ist bei der Schuhgrösse zu achten?
- Was macht die Schuhform perfekt?
- Welche Rolle spielt das Fussbett im Wanderschuh?
- Was macht eine gute Sohle beim Wanderschuh aus?
- Wie schwer darf der Wanderschuh sein?
- Worauf beim Material des Wanderschuhs achten?
- Wie hoch soll der Wanderschuh sein?
- Wie viel kostet ein Wanderschuh für Kinder?
Es lohnt sich, vor dem Kauf des Kinderwanderschuhs zu klären: Für was genau benötigen wir den Schuh? Für anspruchsvolle Wander- und Klettertouren im Hochgebirge, oder soll es doch eher was Geländegängiges aber vielseitig Einsetzbares sein? Je nach Einsatzgebiet sind die Anforderungen an den Schuh nämlich unterschiedlich.
Auf alle Fälle sollte man sich für den Kauf ausreichend Zeit nehmen. Das gilt generell, wenn neue Schuhe nötig sind. Wenn es welche für besondere Belastungen sein sollen, gilt es doppelt. Birte Schultz, Kinderorthopädin an der Klinik Sonnenhof in Bern, hat für «wir eltern» die wichtigsten Kriterien zusammengestellt, auf die Eltern beim Kauf von Kinderwanderschuhen achten sollten.
Worauf ist bei der Schuhgrösse zu achten?
Die richtige Grösse ist das A und O. Zu kleine Schuhe drücken und verformen den Fuss, zu lange erhöhen die Stolpergefahr, was vor allem im Gelände gefährlich werden kann.
Am besten die Sohle aus dem Schuh nehmen und den nackten Kinderfuss draufstellen. Ein guter Zentimeter sollte vorne Platz sein. Ausprobieren, ob der Fuss bei Gefälle vorne anstösst. Manche Outdoor-Geschäfte haben zum Test ein kleines «Probe-Berglein». Überprüfen Sie regelmässig, ob die Schuhe noch passen. Kinderfüsse wachsen ausserordentlich schnell.
Es gibt schmale Füsse, breite Füsse, vorne breite und hinten schmale … Der Schnitt des Wanderschuhs muss zur Fussform passen. Ist der Schuh etwa an der Ferse zu weit, rutscht sie auf und ab, was zu Blasen führt. Ist der Schuh zu eng, entstehen Druckstellen.
Klettverschlüsse mögen praktisch sein, für Wanderschuhe sind Modelle mit Schnürung besser_. Idealerweise beginnt die Schnürung möglichst weit vorne, damit der Schuh perfekt angepasst werden kann.
Für Wanderungen ist ein gutes Fussbett wichtig. Das unterstützt das Fussgewölbe und sorgt dafür, dass die Muskeln nicht so schnell ermüden.
Querfeldein Laufen und auf Berge Kraxeln geht nur mit rutschfester Sohle. Zudem sollte die Schuhsole gut gedämpft und biegsam sein, damit das Kind den Fuss gut abrollen kann. (Ausnahme: richtiges Klettern.)
Zu schwere Schuhe machen müde. Leichteren Wanderschuhen ist der Vorzug zu geben. (Ausnahme: profimässiges Bergsteigen und Klettersteige, hierfür dürfen die Wanderstiefel mehr Gewicht haben.)
Das Material des Wanderschuhs sollte atmungsaktiv sein. Kinderfüsse schwitzen leicht und Feuchtigkeit im Schuh, die nicht nach aussen abgeleitet wird, sorgt für Blasen. Das ist noch wichtiger als absolute Wasserundurchlässigkeit.
Für geebnete Wanderwege wäre ein gut sitzender Halbschuh ausreichend. Aber wer will schon nur auf dem Weg bleiben? Deshalb darauf achten, dass auch der Knöchel gestützt wird.
Die Preissspanne bei Kinderwanderschuhen ist gross: Gute Schuhe sind ab ca. 60 Franken zu bekommen, es gibt aber auch (hervorragende) Modelle für 160 Franken.
Günstiger sind gebrauchte Modelle auf Ricardo oder Tutti oder in der Kinderkleiderbörse, doch bei Schuhen gilt es hier besonders vorsichtig zu sein. Zwar ist gegen Secondhand-Kleider und weitervererbtes Spielzeug nichts einzuwenden. Schuhe dagegen werden durchs Benutzen oft asymmetrisch abgelaufen. Deshalb bleibt meist – leider – nur der Neukauf.
Dieser Beitrag wurde zuletzt aktualisiert im Oktober 2019.