Das erste Mal
Operation Zahnspange

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Mit dem Zähneputzen allein ist es noch lange nicht getan: Was es bei einer Zahnspange alles zu beachten gilt.
Man könnte meinen, mit den ersten Pickelchen wachsen ganz automatisch in Gesichtern auch Zahnspangen. Kaum ein Jugendlicher, in dessen Mund es nicht silbrig schimmert. Im Durchschnitt sind Schweizer Kinder 9 bis 11 Jahre, wenn eine Korrektur verordnet wird. Schlimm findet die Klammer heute keiner mehr. Von den Eltern vielleicht mal abgesehen. Denn ohne entsprechende Versicherung kostet eine Zahnkorrektur leicht eine fünfstellige Summe.
Wissenswertes rund um die Spange:
- Zahnversicherung mit Korrektur abschliessen. Am besten direkt ab Geburt. Der Gedanke: «Ach, die Zusatzversiche- rung für die Regulierung können wir ja später noch dazu kaufen», ist fatal. Viele Versicherungen nehmen niemanden mehr für eine Klammer-Abdeckung auf, sobald der erste bleibende Zahn sichtbar ist. Oder sie machen derart umfassende Vorbehalte, dass die Eltern auf dem Löwenanteil der Kosten sitzen bleiben.
- Versicherungen genau vergleichen. Kleingedrucktes lesen. Sich beraten lassen. Manche decken die Kosten nur bis zu einer bestimmten Summe ab, manche nur einen bestimmten Prozentsatz ... Genau hinzuschauen, kann über mehrere Tausend Franken entscheiden.
- Die Offerten mehrerer Kieferorthopäden einholen. Die Korrekturpreise können je nach Methode und Anbieter locker um 4000 Franken voneinander abweichen.
- Kein Sorge, wenn am Anfang leichte Probleme beim Klammertragen auftreten: Lispeln, vermehrte Speichelbildung, Druckgefühl oder empfindliche Stellen an den Lippen sind normal.
- Manchmal verursacht die Spange sogar leichte Schmerzen. Tragen nach Vorschrift ist trotzdem Pflicht. 12 bis 18 Stunden täglich sollten es schon sein.
- Ob lose oder festmontierte Spange hängt vom Problem ab. Vorteil der herausnehmbaren Spange: leichtere Pflege. Nachteil: kann verloren gehen, und die Behandlung zieht sich in der Regel länger hin.
- Wichtig ist penible Pflege, sonst kann es zu Zahnbelag, Karies, Mundgeruch und Verfärbungen kommen. An den Stellen, auf denen etwa die Brackets sassen, sind die Zähne nach Abschluss der Behandlung dann heller als im umliegenden Bereich.
- Wie also richtig pflegen? Reinigungstabletten allein – bei losen Spangen – reichen nicht aus. An den Drähten können sich leicht Essensreste verfangen. Deshalb muss die Zahnbürste her. Am besten eine harte. Bei der Zahnpasta sollte eine ohne Schleifpartikel gewählt werden, damit die Plastikteile der Spange nicht beschädigt werden. An den Schrauben muss besonders gründlich geputzt werden, hartnäckiger Belag lässt sich mit Essig entfernen.
- Alle Metallteile sollten nach dem Putzen glänzen.
- Beachten: Spange nur am Plastik anfassen, damit sich die Drähte nicht verbiegen. Nie selber daran herumformen.
- Und was ist ein «Bionator»? Der sogenannte Bionator wird als neuer ganzheitlicher Hoffnungsträger der Zahnkorrektur gehandelt. Er sieht ähnlich aus wie eine lose Spange und soll die Bisslage ändern können. Vor allem aber ist er so eine Art «Turngerät» im Mund. Er soll die Muskulatur stärken, Zungenfunktion und Haltung verbessern sowie Verspannungen lösen. Bionator-Therapeuten empfehlen das Gerät ab dem 6. Lebensjahr.