Facebook plant den Zugang für unter 13-Jährige. Grund zur Sorge? Nein, findet Medienbildner Thomas Stierli.
wir eltern: Herr Stierli, wäre Facebook für unter 13-Jährige wirklich so schlimm?
Thomas Stierli: Nein. Bereits heute erhalten Primarschüler problemlos ein persönliches Facebook-Profil, wenn sie bei der Altersangabe schummeln. Interessierte Kinder lassen sich nicht durch technische Hürden oder Verbote von der Facebooknutzung abhalten. Sollte das offizielle Alter gesenkt werden, muss Facebook kindgerecht werden, also Massnahmen zum Schutz der Kinder ergreifen. So soll die Privatsphäre von Kindern standardmässig gut geschützt werden und sie dürfen keine kostenpflichtigen Angebote wie Spiele nutzen können.
Worauf müssen Kinder und Eltern achten, wenn sie einen Account eröffnen?
Kinder und Eltern sollten einen neuen Account auf alle Fälle gemeinsam eröffnen. Es ist wichtig, die Einstellungen zur Privatsphäre restriktiv einzustellen. So sollten nur die eigenen Freunde bzw. Kontakte die geschriebenen Texte lesen oder die hochgeladenen Fotos anschauen können. Auch bei der Vernetzung mit Freunden ist Zurückhaltung angebracht. Nur persönlich bekannte Personen sollten den Weg in die Freundesliste finden. Zudem gilt es zu beachten, dass in Facebook nur das geschrieben wird, was man auch auf dem Pausenplatz erzählen würde.
Gibt es ähnliche Netze nur für Kinder?
Es gibt soziale Netzwerke, die speziell auf Kinder ausgerichtet sind. Die Plattform Zambo vom «Schweizer Radio und Fernsehen» (SRF) zum Beispiel richtet sich an Kinder zwischen 6 und 14 Jahren.
Braucht es in der Schule ein Fach «Medienkompetenz»? Wenn ja, ab welchem Alter?
Ja, es braucht ein eigenständiges Fach. Bereits im Kindergarten kann altersgerechte Medienkompetenz vermittelt werden. So lernen Kinder und Jugendliche, wie sie ihr Leben in unserer Mediengesellschaft selbstständig, kompetent und verantwortungsbewusst gestalten können.