Montessori sah Kinder nicht als unvollkommene Wesen, die wir mit Wissen abfüllen müssen, sondern als vollwertige und eigenständige Persönlichkeiten mit enormem Potenzial. Entsprechend behandeln Montessori-Pädagogen Kinder mit genauso viel Respekt wie Erwachsene. Was man von uns nicht behaupten kann: Wir beklagen uns zwar oft, dass Kinder (oder später Jugendliche) uns zu wenig Respekt zeigen, ihnen gegenüber benehmen wir uns aber alles andere als respektvoll. Dabei ist es logisch: Wenn wir mit Kindern von Anfang an auf Augenhöhe kommunizieren, imitieren sie uns und behandeln uns ebenfalls mit Respekt.
♦ Statt meine Kinder mit Strafen oder Belohnungen (wie z.B. Punktekarten) zu konditionieren, setze ich auf intrinsische Motivation.
♦ Statt über verschüttete Milch zu schimpfen, sage ich (wie wenn es einem Besuch passieren würde): «Macht nichts! Das kann passieren.»
♦ Statt meine Tochter einfach hochzunehmen, frage ich sie: «Ist es ok für dich, wenn ich dich jetzt hochnehme?»
♦ Wenn ich mal einen Fehler mache und zum Beispiel laut werde, entschuldige ich mich.
Ellen Girod hat Religion, Wirtschaft und Politik studiert und arbeitet als freiberufliche Journalistin. Seit sie Mutter ist, schreibt sie am liebsten über ein Familienleben mit Kindern auf Augenhöhe, auch auf ihrem Blog chezmamapoule.com.