Nach der Geburt leiden viele Frauen unter Haarausfall. Das ist normal. Trotzdem lässt sich etwas dagegen tun.
Eben noch war das Haar dicker und glänzender als je zuvor, nun, 2 bis 3 Monate nach der Geburt, scheint es den Haaren zu ergehen wie den Blättern im Herbst. Doch was wie immenser Haarausfall aussieht, ist in Wirklichkeit meist bloss eine Rückkehr zum Status quo vor der Schwangerschaft, der seligen Zeit der Traummähne.
Dank Hormonumstellung. «Zuerst wird der Übergang von der Wachstums- in die Ruhe- und Ausfallphase durch den Östrogenanstieg verlangsamt, sodass Haare, die ohne Schwangerschaft längst ausgefallen wären, einfach weiterwachsen», erklärt Dr. Petra Stute, Oberärztin an der Frauenklinik des Inselspitals Bern, das vermeintlich dichtere Haar während der Schwangerschaft. «Durch plötzlichen Östrogenabfall nach der Geburt geschieht genau das Gegenteil: Nun fallen plötzlich viel mehr Haare als üblich aus.» Ein Phänomen, das kaum beeinflusst werden könne, wie die stellvertretende Abteilungsleiterin Gynäkologische Endokrinologie sagt. Mildernd kann höchstens die Einnahme von Eisen wirken, vor allem nach grossem Blutverlust bei der Geburt.
Trost: Spätestens nach 15 Monaten nach der Geburt stellt sich das Gleichgewicht von allein wieder ein. Zwar kann es vorkommen, dass die Haare nicht mehr so dicht werden wie zuvor; nachwachsen sollten sie aber in jedem Fall. Wer das Ganze unterstützen möchte – und sei es nur aus psychologischen Gründen – beherzige folgende Punkte:
Mildes Shampoo verwenden, Haare nicht zu stark bürsten, an der Luft oder höchstens lauwarm trocknen.
Gegebenenfalls Folsäurepräparat über die Stillzeit hinaus einnehmen, da günstig fürs Zellwachstum.
In der Apotheke nach einem entsprechenden Kieselerde-, Biotin-, Vitamin- oder Hirsepräparat fragen.
Bei Symptomen wie Müdigkeit, Blässe und Herzklopfen Eisen und Schilddrüsenfunktion kontrollieren lassen.
Nimmt der Haarausfall trotz allem auch nach langer Zeit nicht ab, ist der Gang zum Arzt angezeigt.