Vor ein paar Jahren wurden Zimtsterne plötzlich zur Gefahr. Inzwischen hat sich die Aufregung etwas gelegt.
Leberschädigungen sollen sie verursachen! Und die Konzentration des krebserregenden Cumarins würde die Grenzwerte um das 40-fache übersteigen, hiess es: 2006 waren Zimtsterne in jeder Hinsicht in aller Munde. Wie sieht es jetzt, fünf Jahre später, aus? Wir haben Dr. Otmar Zoller befragt, den Chef der Abteilung Lebensmittel im Bundesamt für Gesundheit.
wir eltern: Herr Zoller, Eltern packen gerade Chlaussäckli. Darf man überhaupt Zimtsterne hineintun, ohne seinem Kind zu schaden?
Dr. Otmar Zoller: Sicher. Es gibt vonseiten des Bundesamtes keine spezifischen Ernährungsempfehlungen für Zimtsterne. Alle Lebensmittel, die auf dem Schweizer Markt angeboten werden, müssen den rechtlichen Grundlagen entsprechen.
Ja, aber vor ein paar Jahren galten sie doch noch als geradezu giftig?
Von «Gift» kann keine Rede sein. Vor allem bei selbstgebackenen Zimtsternen wird ausschliesslich Ceylon-Zimt verwendet. Im Ceylon-Zimt befinden sich nur 0,02 Gramm Cumarin pro Kilogramm, im Cassia-Zimt sind es dagegen 2 Gramm. Deshalb haben wir 2006 die Lebensmittelindustrie angewiesen, ihre Produkte im Hinblick auf das Cumarin zu überprüfen.
Weihnachten ist aber nun mal Zimt-Zeit. Wo liegen denn die Grenzwerte, die man pro Tag nicht überschreiten sollte?
Bei Zimtsternen liegt der maximal zulässige Gehalt an Cumarin bei 67 Milligramm pro Kilogramm Gebäck, das entspricht etwa 4 Zimtsternen. Bei Lebkuchen und anderen zimthaltigen Guetsli bei 50 Milligramm pro Kilo, was etwa 30 Gramm Plätzchen entspricht. Bei Milchreis mit Zimt und Zucker (8 mg/kg) sollten 200 Gramm nicht überschritten werden; bei Müesli-Riegeln (21 mg/kg) ist nach zwei Stück Schluss. Und bei Kinderpunsch (8 mg/pro Liter) reichen 200 Milliliter.
Also muss man doch einiges beachten?
Man sollte immer auf seine Ernährung achten. Und auch in der Weihnachtszeit keine Süssigkeiten im Übermass essen. Das reicht als Empfehlung.