Schwangere sollen das Epilepsie-Medikament Depakine oder ein Generika davon nicht einnehmen. Das Risiko für Fehlbildungen für das Baby ist hoch.
Kinder, deren Mütter während der Schwangerschaft das weit verbreitete Epilepsie-Medikament Depakine oder ein Generika davon einnehmen, haben ein hohes Risiko für Fehlbildungen, wie das Schweizer Fernsehen SRF in einem Beitrag in der Sendung «10vor10» am 7. Februar 2017 berichtete. Der Wirkstoff Valproat führt bei 30 bis 40 Prozent dieser Kinder zu Entwicklungsstörungen im Laufe der Kindheit, 10 Prozent der Kinder entwickeln sogar Missbildungen. Die Risiken steigen mit der Dosis, sind aber auch unter einer niedrigen Dosis höher als bei anderen Antiepileptika.
In einer Medienmitteilung vom 9. Februar 2017 nehmen nun verschiedene medizinische Gesellschaften Stellung: «Unser Rat an Ärzte und Betroffene: Am besten sollten gebärfähige Mädchen und Frauen keine Behandlung mit Valproat beginnen oder weiterführen.» Sie sollten das Medikament aber auch keinesfalls eigenmächtig absetzen, sondern mit ihrem Neurologen Rücksprache halten. Die ganze Stellungnahme der Schweizerischen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (SGGG), der Schweizerischen Epilepsie‐Liga (SEL), der Schweizerischen Gesellschaft für Neuropädiatrie (SGNP), der Schweizerische Arbeitsgemeinschaft für perinatale Pharmakologie (SAPP) und der Schweizerischen Akademie Feto‐Maternale Medizin (AFMM) ist hier verlinkt.
Laut Swissmedic sind in der Schweiz 15 Fälle von Fehlbildungen und weniger als 10 Fälle von Kindern mit Entwicklungsstörungen als Folge einer Behandlung der Mutter während der Schwangerschaft bekannt, in einem Zeitraum von 26 Jahren. Es wird jedoch eine Dunkelziffer vermutet.