Gesundheit und Impfen
Eine Zukunft ohne Masern

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Bei den Masern handelt es sich um eine hoch ansteckende, schwere Viruserkrankung. Sie beginnt wie eine Grippe, das Thermometer zeigt Fieber an und nach drei bis fünf Tagen erscheinen auf der Haut die berühmten roten Pünktchen, zuerst im Gesicht, dann auf dem übrigen Körper. Übertragen werden die Viren via Tröpfcheninfektion, also über die Luftwege, beispielsweise durch Niesen. Darum sind Masern hoch ansteckend.
Masern können Hirnhautentzündung verursachen
Eine spezifische Behandlung gibt es nicht, lediglich die Symptome wie etwa das Fieber lassen sich lindern. Trotz bester medizinischer Versorgung kann es in der Folge zu einer Mittelohren- oder Lungenentzündung kommen, manchmal gar zu einer Hirnhautentzündung. Bei etwa 1 bis 3 von 10 000 erkrankten Kindern verläuft die Krankheit hierzulande tödlich.
Weltweit starben im Jahr 2008 164 000 Menschen an Masern, die meisten davon waren Kinder unter 5 Jahren aus Entwicklungsländern. Dabei hängen die Anzahl der Krankheitsfälle und die Todesfallrate einer Region wesentlich von der Durchimpfung ab. Diese liegt in der Schweiz, wo etwa 87 Prozent der Bevölkerung geimpft sind, im Vergleich zu anderen westeuropäischen Ländern eher tief.
Masernimpfung – auch für andere
Die Gesundheitsämter des Bundes und der Kantone haben sich nun zum Ziel gesetzt, die Masern zu besiegen. «Damit dies gelingt, müssen mindestens 95 Prozent der Bevölkerung geimpft sein», sagt Susanne Stronski, Leiterin des Schulärztlichen Dienstes der Stadt Zürich. «Sich für die Masernimpfung zu entscheiden ist nicht nur Sache des Eigeninteresses, sondern entspricht der sozialen Grundhaltung, auch andere zu schützen, die sich zum Beispiel wegen einer Krebserkrankung oder einer Immunschwäche nicht impfen lassen können.»
Die erste Impfung mit 12 Monaten
Wer geimpft ist, kann die Krankheit nämlich auch nicht übertragen. Daher rät Susanne Stronski, Kinder schon früh zu impfen, gemäss dem offiziellen Impfplan des Bundesamtes für Gesundheit BAG. Dieser sieht vor, Kinder erstmals mit 12 Monaten (Säuglinge, die eine Kinderkrippe besuchen, schon mit 9 Monaten) im Rahmen der Kombinationsimpfung MMR (Masern, Mumps, Röteln) gegen Masern zu impfen, und ein zweites Mal zwischen 15 und 24 Monaten. Der Impfschutz hält lebenslang. Nebenwirkungen kämen zwar vor, räumt die Schulärztin ein, seien aber sehr selten, und die Vorteile würden bei weitem überwiegen. Sie betont zudem: «Die Impfstoffe sind heute viel reiner als früher und haben daher weniger Nebenwirkungen.»
Weitere Informationen unter
www.sichimpfen.ch.
Kinderkrankheiten bei Erwachsenen
Erwachsene sind vor einer Kinderkrankheit dann nicht gefeit, wenn sie diese als Kind nie durchgemacht hatten und somit keine körpereigene Abwehr dagegen besitzen. Wer aber erst als Erwachsener von einer Kinderkrankheit heimgesucht wird, muss unter Umständen mit einem schwereren Verlauf rechnen. Beispiele:
- Bei einer Masernerkrankung erleiden 500 von 10 000 erkrankten Erwachsenen eine Hirnhautentzündung. Zum Vergleich: Bei Kleinkindern ist die Quote mit 1 zu 10 000 wesentlich tiefer.
- Mumps kann bei betroffenen Männern zu einer Hodenentzündung führen, (selten mit Unfruchtbarkeit als Folge).
- Röteln und Windpocken (Spitzenblattern), welche in der Schwangerschaft auftreten, können das ungeborene Kind stark schädigen.
- Für einen Säugling kann eine Ansteckung mit Keuchhusten gefährlich werden, darum sollte das Umfeld geimpft sein.
Eine Impflücke lässt sich auch noch im Erwachsenenalter nachholen. Aber: Im Alter sinkt die Impfwirkung, weshalb betagte Menschen besonders darauf angewiesen sind, dass ihr Umfeld geimpft ist.