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Mamaversum
«Ein Hoch auf die Kita-Viren»
Wenn das Fieber bei ihrem Sohn steigt, bewahrt unsere Kolumnistin einen kühlen Kopf. Und das nicht nur wegen Glace und kalter Schoggimilch.
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Wenn das Fieber bei ihrem Sohn steigt, bewahrt unsere Kolumnistin einen kühlen Kopf. Und das nicht nur wegen Glace und kalter Schoggimilch.
Sind Sie über den Titel dieser Kolumne gestolpert ? Dachten Sie an einen Fehler ? Nun, so ist es nicht. Ich meine die Lobhudelei ernst. Falls Sie mich jetzt schräg finden: Natürlich bricht es mir das Herz, wenn mein 3-Jähriger den gefühlt 20. Virus in Folge nach Hause schleppt. Der Bub verbringt zwei Tage pro Woche in der Krippe. Wer Krippenkinder hat, weiss: In den ersten Lebensjahren sind die Kleinen gefühlt immer krank.
Neulich ist es mal wieder so weit: Kind fit zu Bett gebracht. Um zwei Uhr wacht es mit 39,8 Grad Fieber auf. Über eine Stunde lang tragen mein Partner und ich das Häufchen Elend herum, bevor es zurück in den Schlaf findet. Ein paar Stunden später ist der Bub weinerlich, glüht und will sein Pischi auf keinen Fall ausziehen.
Damit zurück zum Kolumnentitel: Ist das Kind krank, soll es unbedingt sein bestes Leben leben. Es hat ja schon genug zu tun mit dem Bekämpfen des Käfers. Will das Kind das Pischi anbehalten, soll es das Pischi anbehalten. Erster zufriedener Moment. Eine Stunde nach dem Zäpfchen ist das Fieber gesunken. Wie wäre es mit Frühstück ? Das Kind ist skeptisch. Auf Früchte und Haferflocken hat es keine Lust. Es will Schoggimilch. Es kriegt Schoggimilch. Der erste kleine Ausflug des Tages führt uns zum Bäcker des Vertrauens. Der Bub will nichts essen. Bis er das Schoggibrötli mit Zuckerstreusel sieht. Er nimmt drei Bissen. Besser als keinen. Wieder daheim ist das Fieber angestiegen. Das Kind mag nicht spielen, nicht malen, nicht pfusen. Es will «Sam luege». Sein Vater und ich legen uns zu ihm. Dann fällt der Junge in einen tiefen Schlaf.
Wir könnten jetzt aufräumen, Wäsche machen, das Bad putzen. Wir entscheiden uns aber auch für ein Schläfchen. Wir bringen dem Kind am meisten, wenn wir fit sind. Die restlichen sechs Tage gehts so weiter: Das iPad machen wir uns zum Freund. Will das Kind statt in seinem Bett auf dem Sofa einschlafen, soll es das tun. Wünscht er sich Schoko-Flakes, kriegt er sie. Wenn nachts das Fieber steigt und das Kind lieber bei uns sein will, ist es herzlich willkommen.
Das absolute Highlight erlebt der Bub am vierten Tag. Es geht ihm endlich besser. So sehr, dass er um 19.30 Uhr einen Ausflug zum Laden um die Ecke machen will. Statt Pischi anzuziehen und ein Büechli zu lesen, stampfen wir los. Kurz vor Ladenschluss kriegt er eine Glace. Das Kind strahlt. Wir strahlen. Dass er an diesem Abend erst nach 21 Uhr einschläft, ist uns egal. Um den normalen Schlafrhythmus kümmern wir uns, wenn der Junge wieder gesund ist !
Über Umwege, die sie als Reiseleiterin in die Türkei und an den Empfang von «Tele Züri» führten, landete Maja Zivadinovic im Journalismus. Zusammen mit Yvonne Eisenring und Gülsha Adilji macht sie seit 2021 den SRF-Podcast Zivadiliring. Ihr Lieblingsjob ist aber ein anderer: Seit Juni 2020 ist sie Mami eines Buben.