Väter an den Herd: Wer Teilzeit arbeitet und seine Kinder schon von Geburt an betreut, wird in den seltensten Fällen künftig davon abgehalten. Behörden übernehmen in der Regel dieses gelebte Modell. Klar ist es nicht immer einfach, einen Arbeitgeber zu finden, der Teilzeitmitarbeiter akzeptiert. Vielleicht muss man auch auf den grossen Karrieresprung verzichten. Aber Frauen müssen das meist auch. Betreut auch der Mann die Kinder, kann die Frau in dieser Zeit arbeiten. Im Fall einer Trennung hat sie einen Job und kann für ihren Unterhalt selber aufkommen. Das alternierende Modell reduziert für beide die Gefahr, in eine Armutsfalle zu geraten.

Johan Bävman
Elternsein nach Trennung
Trennung: Das können Eltern-Paare tun
6 wertvolle Tipps, wie Eltern-Paare eine Trennung besser managen können.






Mütter in den Beruf: Gleichberechtigung heisst, die Wahl zu haben. Job und Familie um den Mann und die Kinder herum zu planen, hat damit nicht viel zu tun. Frauen müssen selbstbewusster sein. Wer arbeitet zu welchem Pensum, wer betreut die Kinder? Das müsste bereits vor der Familienplanung festgelegt werden. Das Sharing-Modell ist perfekt für eine starke Paarbeziehung auf Augenhöhe, die Verantwortung wird geteilt. Die finanzielle Unabhängigkeit erleichtert zudem für beide den Start in ein neues Leben nach der Trennung. Existenzängste sind der Killer in so mancher Trennungssituation.
Vorsorgen in guten Zeiten: Wie man im Falle einer Trennung die Obhut und Finanzen regeln will, kann schriftlich festgehalten werden, zum Beispiel analog einem Sorgerechts- und Unterhaltsvertrag, wie es Konkubinatspaare meist vor der Geburt des Kindes tun. Eine solche Vereinbarung kann vieles erleichtern. In guten Zeiten an eine Trennung zu denken, ist nicht einfach. Doch in Liebe und frei von negativen Gefühlen ist es leichter, die Bedürfnisse des Partners zu respektieren. Gibts später Unklarheiten oder Streitigkeiten, können die zuständige Kesb oder andere Fachstellen informieren und beraten.
Mediation als Trennungshilfe: Mediatoren haben das Ziel, Paare in der Trennung zu begleiten. Sie sind unparteiisch und helfen, gute Lösungen für Eltern und Kinder zu erarbeiten. Wichtig ist: Wenn man sich nicht einig ist, nicht allzu lange zu warten, bis man externe Hilfe in Anspruch nimmt. Die Erfahrung zeigt, dass der Scherbenhaufen nach langen Streitereien fast nicht mehr zu kitten ist. Die Kosten für Mediationen werden in einigen Kantonen vom Staat übernommen.
Das Kind im Zentrum: Trennungen gehen in der Regel nicht harmonisch vor sich. Versuchen Sie trotz allem Schmerz, Ihre Kinder nicht zu vergessen. Sie haben es mit der Trennung der Eltern schon schwer genug. Sie brauchen Mama und Papa. Der Ex-Partner, die Ex-Partnerin müssen nicht zum dicksten Freund werden. Aber im Interesse der Kinder muss man sich mit einem Leben als Familie auseinandersetzen, auch wenn man nicht mehr unter einem Dach lebt.
Anwalt für die Kinder: Gemäss den Uno-Kinderrechtskonvention aus dem Jahre 1989 hat das Kind das Recht, in allen Verfahren angehört zu werden und seine Wünsche und Bedürfnisse zu äussern. Bei hochstrittigen Fällen gibt es Kinderanwälte, die Kinder über alles informieren, was sie wissen wollen und müssen. Vor Gericht kann ein Kinderanwalt viel bewirken. Beispielsweise in den Mittelpunkt rücken, was in den Mittelpunkt gehört: das Recht des Kindes auf Mutter und Vater. Kinder können auch von sich aus Kontakt mit der Kinderanwaltschaft aufnehmen. Kinderanwälte arbeiten für Kinder gratis.
➺ kinderanwaltschaft.ch, Tel. 052 260 15 55
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